Der bruederbewegung.de-Fragebogen
Ausgefüllt von Max S. Weremchuk am 3. Mai 2003Max S. Weremchuk wurde 1958 in Kanada geboren, wo er bis 1978 lebte. Danach wohnte er von 1978 bis 1979 in Salzburg; seit 1979 ist sein Lebensmittelpunkt in Deutschland. Zunächst arbeitete er als Grafiker in einer technischen Werbeagentur in Stuttgart (1979-1988); seit 1988 ist er als technischer Grafiker (Gestaltung/Dokumentation/Werbung) bei einer Maschinenbaufirma in Eisenberg tätig. Von 1993 bis 2000 war er Pastor der Reformierten Christengemeinde Albsheim und Gastprediger bei den Mennonitengemeinden Obersülzen und Monsheim; seit 1997 ist er Gastdozent am Martin Bucer Seminar in Bonn. Er ist weiterhin als Gastprediger tätig. 1997 erwarb er das Licentiate of Sacred Theology von der St. Elias School of Orthodox Theology, Lincoln, Nebraska; 1999 erlangte er von derselben Hochschule den Grad eines Doctor of Divinity. Momentan gehört er keiner Gemeinde fest an, hält aber Kontakte zu verschiedenen Gemeinden und Kirchen. Zurzeit überarbeitet er seine zuerst 1988 erschienene Darby-Biografie grundlegend für eine Neuauflage. Einige seiner neuen Forschungsergebnisse und Korrekturen deutet er auf der Webseite "My Brethren" unter J.N. Darby Research Papers an.
1. Wer hat Sie als geistliches Vorbild in Ihrem Glauben besonders geprägt?John Nelson Darby, Watchman Nee, Christian Briem, C.S. Lewis, Gilbert K. Chesterton.
2. Welchem Buch verdanken Sie entscheidende Anstöße und Einsichten?W.G. Turner: John Nelson Darby
F.W. Grant: Numerical Structure of Scripture
Watchman Nee: The Normal Christian Life
Miles J. Stanford: Principles of Spiritual Growth
Jay E. Adams: Competent to Counsel / The Use of Scripture in Counseling / What to do on Thursday
Herbert Schlossberg: Turning Point A Christian Worldview Declaration
Gary DeMar: Ruler of the Nations
Hans K. LaRondelle: The Israel of God in Prophecy
3. Gab es in Ihrem Leben eine Situation, die Sie als besondere "Erfahrung mit Gott" erlebt haben? Wenn ja, welche?Die Erfahrung (mit 19 Jahren), dass Gott mein Vater ist, dass Jesus Christus kam, um den Vater zu offenbaren und uns in Beziehung zu Ihm zu bringen (Johannes 14,2).
Die Erfahrung (aus meiner Zeit in Salzburg, als ich 20 war), dass Gott wahr ist, auch wenn die Mehrheit nicht an Seine Existenz glaubt (Römer 3,3) und der Glaube von der Umwelt eher als Nachteil statt als Vorteil betrachtet wird.
Eine weitere Erfahrung: Vor zwei oder drei Jahren war ich in einen Gottesdienst eingeladen worden. Ich wusste (vor Gott), dass ich etwas auf eine ganz bestimmte Art und Weise durchführen musste oder es überhaupt nicht tun sollte. Die Mehrheit war dagegen; für mich war es eine Entweder-oder-Situation. Ich tat es, wie ich es für richtig hielt. Das Resultat war: Alle waren danach froh und ergriffen und dankbar, dass ich es trotz Widerstand und Skepsis getan hatte. Das war eine wunderbare Bestätigung, etwas wirklich mit dem Herrn getan zu haben.
Und natürlich waren die Begleitumstände der "Werbung" meiner Frau eine "Erfahrung mit Gott" aber das bleibt bei mir! :-)
4. Haben Sie eine Lieblingsfigur in der Bibel?Benaja (2. Samuel 23,20-23)
5. Welcher biblischen Person würden Sie gerne einmal eine Frage stellen? Welche?Adam: "Wie sah die Welt im Garten Eden aus? Wie hast du Gott 'wahrgenommen' und erlebt?"
6. Gibt es einen Lieblingsbibelvers, der Sie schon länger "begleitet"?"Und siehe, ich bin mit dir, und ich will dich behüten überall, wohin du gehst, und dich in dieses Land zurückbringen; denn ich werde dich nicht verlassen, bis ich getan, was ich zu dir geredet habe" (1. Mose 28,15).
"Was denn? Wenn einige untreu waren, wird etwa ihre Untreue die Treue Gottes aufheben?" (Römer 3,3).
7. Wie schaffen Sie es, im Alltag Gott zu begegnen und geistlich aufzutanken?Eigentlich ist es ein ständiges Sprechen mit Gott, mit dem Herrn und dann natürlich durch Lesen.
8. Welche Bibelübersetzung nutzen Sie in der Regel und warum?Elberfelder wegen der Genauigkeit, Einheitsübersetzung wegen der Sprache diese benutze ich in der Öffentlichkeit. Für "private" Zwecke alle möglichen grundtextnahen Übersetzungen. Nie und nimmer "Hoffnung für alle" oder "Die gute Nachricht"!
9. Was halten Sie für die charakteristische Stärke bzw. Schwäche der Brüderbewegung? Anders gefragt: Welche Impulse/Anstöße gingen oder gehen von der Brüderbewegung aus? Welche Impulse/Anstöße würden ihr vielleicht gut tun?Stärke: Achtung des Wortes Gottes, ihr Empfinden für die Heiligkeit Gottes.
Schwäche: Zurückgezogenheit, "Heiliger-als-ihr"-Haltung, fehlende Einsicht, von anderen Christen lernen zu können.
10. Was verbindet Sie persönlich mit der Brüderbewegung?Meine ganze Erziehung und mein Hintergrund, vor allem meine "Ausbildung" im Wort Gottes; die Achtung davor, die Wertschätzung der Anbetung. Ich verdanke ihr meine Glaubensbasis schlechthin.
11. Gibt es Themen oder Aspekte, die Ihrer Meinung nach in Kreisen der Brüderbewegung weniger (vielleicht zu wenig) beachtet werden? Welche stehen besonders im Vordergrund (oder werden sogar überbetont)?Unsere Aufgaben in der Welt hier und jetzt werden vernachlässigt, und eine zu starke Betonung wird auf "Absonderung" gelegt, ohne die vorhandenen Missstände zu ändern oder ändern zu wollen (mit der Begründung, es sei nicht unsere Aufgabe).
12. Welche Chancen und Gefahren sehen Sie in Zukunft auf die Brüderbewegung zukommen?Gefahr: Isolation.
Chancen: Dialog und eine Verquickung der "guten Elemente" der so genannten "Bündnistheologie" mit dem "Brüderlehrgut".
13. Sonstige Kommentare und Bemerkungen:Siehe dazu meine Aufsätze "Off Track and Stuck" und "Can We Recover the Brethren Legacy?"
Veröffentlichungen von Max S. Weremchuk:John Nelson Darby und die Anfänge einer Bewegung. Bielefeld (CLV) 1988.
Ihr liefet gut ... Nachgedanken zur Brüderbewegung. Albsheim (Notting Hill Press) 1989.
Weil ihr aber Söhne seid ... Israel, die Kirche und das Erwachsenwerden. Hamburg (Reformatorischer Verlag Beese) 2003.
Veröffentlichungen auf bruederbewegung.de:
Ihr liefet gut ... Nachgedanken zur Brüderbewegung (1989) englische Übersetzung: You Ran Well ... Who Has Stopped You? (1996)
Off Track and Stuck. Additional Thoughts to "You Ran Well" (1991, übersetzt 1999)
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