Der bruederbewegung.de-Fragebogen
Ausgefüllt von Detlev Fleischhammel am 13./14. Februar 2004

Detlev Fleischhammel wurde 1952 geboren. Zwischen 1971 und 1979 studierte er an der Bibelschule Brake und an der damaligen Freien Evangelisch-Theologischen Akademie Basel, danach bereitete er sich bis 1983 durch Gemeindepraktikum, Reisedienst und Sprachstudium auf den Missionsdienst vor. 1984-86 war er Lehrer und Studienleiter an der Bibelschule Institut Biblique Lumière in Les Cayes (Haiti); 1986-88 arbeitete er wieder im Reisedienst. Seit Februar 1988 ist er hauptberuflicher Mitarbeiter der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Rüsselsheim.


1. Wer hat Sie als geistliches Vorbild in Ihrem Glauben besonders geprägt?

Es waren viele verschiedene Menschen, aber die markantesten Einzelpersonen waren meine Eltern und ein bibeltreuer Pastor der Baptistengemeinde, in der ich aufgewachsen bin.


2. Welchem Buch verdanken Sie entscheidende Anstöße und Einsichten?

Oswald Smith: Glühende Retterliebe
Arthur E. Wilder-Smith: Herkunft und Zukunft des Menschen
Francis Schaeffer: Gott ist keine Illusion
Samuel Külling: Zur Datierung der "Genesis-P-Stücke"
Dave Hunt: Die Frau und das Tier


3. Gab es in Ihrem Leben eine Situation, die Sie als besondere "Erfahrung mit Gott" erlebt haben? Wenn ja, welche?

Seit meiner Bekehrung im Alter von zehn Jahren mehr, als mein Gedächtnis speichern konnte. Das, woran ich mich erinnern kann, habe ich in einem Manuskript unter dem Titel "Man soll nie nie sagen" schriftlich festgehalten.


4. Haben Sie eine Lieblingsfigur in der Bibel?

Nein.


5. Welcher biblischen Person würden Sie gerne einmal eine Frage stellen? Welche?

z.B. Isaak: "Was hast du gedacht und empfunden, als dein Vater dich schlachten wollte?"
oder Paulus: "Welche Krankheit war es, die dir zu schaffen gemacht hat?"
oder Johannes: "Kannst du mir bitte mal das Buch der Offenbarung auslegen?"
oder Mose: "Wusstest du, dass die meisten Menschen sich einbilden, die Welt sei durch Zufall von selbst entstanden?"


6. Gibt es einen Lieblingsbibelvers, der Sie schon länger "begleitet"?

"Und für alle ist er gestorben, damit die, welche leben, nicht mehr sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferweckt worden ist" (2. Korinther 5,15).


7. Wie schaffen Sie es, im Alltag Gott zu begegnen und geistlich aufzutanken?

Durch persönliches Bibelstudium, durch die Beschäftigung mit Gottes Wort in der Vorbereitung und Durchführung von Diensten, durch das Gebet, durch Gemeinschaft mit anderen Gläubigen, durch das Gespräch mit meiner Frau, durch unseren Hauskreis usw.


8. Welche Bibelübersetzung nutzen Sie in der Regel und warum?

Ich benutze am liebsten die Revidierte Elberfelder Bibel, weil sie von bibeltreuen Christen übersetzt worden ist und trotz mancher Schwächen (sie ist m.E. z.T. immer noch zu wörtlich übersetzt) eine der besten deutschen Übersetzungen ist.


9. Was halten Sie für die charakteristische Stärke bzw. Schwäche der Brüderbewegung? Anders gefragt: Welche Impulse/Anstöße gingen oder gehen von der Brüderbewegung aus? Welche Impulse/Anstöße würden ihr vielleicht gut tun?

Stärken:

Impulse:

Schwächen:


10. Was verbindet Sie persönlich mit der Brüderbewegung?

Ich bin im Baptismus aufgewachsen (schon mein Urgroßvater war Baptist), habe aber schon früh angefangen, an der Überorganisation, der geistlichen Verflachung und den ökumenischen, liberalen und charismatischen Tendenzen des deutschen Baptismus zu leiden. Als ich vor 16 Jahren in eine Brüdergemeinde kam und infolgedessen die Brüderbewegung besser kennen lernte, musste ich feststellen, dass auch hier nur mit Wasser gekocht wird – aber ich hatte das Gefühl, geistlich endlich nach Hause zu kommen. Ich habe wirklich endlich die richtige geistliche Heimat gefunden, die ich nicht mehr verlassen möchte.


11. Gibt es Themen oder Aspekte, die Ihrer Meinung nach in Kreisen der Brüderbewegung weniger (vielleicht zu wenig) beachtet werden? Welche stehen besonders im Vordergrund (oder werden sogar überbetont)?

Die Brüderbewegung ist zu heterogen, als dass ich diese Frage so pauschal beantworten könnte, und ich kenne nur die Bundesgemeinden und ein kleines bisschen die bundesfreien Gemeinden.


12. Welche Chancen und Gefahren sehen Sie in Zukunft auf die Brüderbewegung zukommen?

Es sind m.E. immer noch die gleichen Gefahren der letzten Jahrzehnte; z.B. die einer zu großen Abkapselung von der Welt, sodass wir zwar immer noch das unverfälschte Wort Gottes haben, aber niemand hört uns zu, wenn wir es den Ungläubigen verkündigen wollen. Wir müssen die schwierige und gefährliche Gratwanderung zwischen der Anpassung an die Welt und der Flucht ins fromme Ghetto gehen. Eine andere Gefahr ist die, dass man Festhalten an Traditionen und Gewohnheiten mit Bibeltreue verwechselt. Die größte Gefahr sehe ich aber darin, dass die "Spezies" des typischen Versammlungsbruders ausstirbt, der sich durch eine enorme, durch persönliche Beschäftigung mit dem Wort Gottes erarbeitete Bibelkenntnis auszeichnet. Und in den Bundesgemeinden gelingt es leider immer weniger, der jungen Generation und Geschwistern aus anderen gemeindlichen Hintergründen die Häufigkeit und Art unserer Mahlfeiern zu vermitteln, sodass die Teilnahme daran immer mehr zurückgeht.

Dennoch hat die Brüderbewegung m.E. große Chancen, wenn sie an ihrer Bibeltreue festhält und die Gemeinden missionarischer werden. Mit Letzterem meine ich nicht eine unkritische Übernahme zweifelhafter Missionsmethoden, sondern dass die Evangelisation im Gemeindeumfeld eine höhere Priorität im Dienst der Gemeinden und im Leben der Gemeindeglieder haben muss.


Veröffentlichungen von Detlev Fleischhammel:

Den Bruder und die Schwester gewinnen. Wie geschieht korrektive Gemeindeseelsorge? Dillenburg (Christliche Verlagsgesellschaft) 2000.

Worauf es ankommt. Eine seelsorgerliche Auslegung des Philipperbriefes. Hammerbrücke (Jota-Publikationen) 2004.

Internetseite von Detlev Fleischhammel: www.deflei.info

StartseitePersonen | Fragebogen | Fleischhammel


© 2004 by bruederbewegung.de • Letzte Änderung: Freitag, 4. Juni 2004